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Wirtschaftliche Resilienz
Resilienz als Begriff
Immer häufiger beeinflussen externe, abrupt auftretende Störungen, überwiegend im Kontext eines plötzlich auftretenden negativen Ereignisses (Schock-, Katastrophen- oder Stress-Momente), unser Handeln. Wie Unternehmen auf diese Schock-Momente reagieren, wird häufig mit dem „Schlüsselwort“ Resilienz beantwortet.
Der Begriff der Resilienz entwickelt sich ständig weiter und findet Verwendung in unterschiedlichsten Fachdisziplinen. Ein interdisziplinär einheitliches Konzept zu dem Begriff der Resilienz zu formulieren, wird somit weitgehend unmöglich. Allen (fachübergreifenden) Definitionen ist jedoch eines gemeinsam. Gleich ob es sich um ein Ökosystem, eine Gesellschaft, ein Unternehmen oder ein Individuum handelt, es geht immer um die Reaktion von adversen und externen Einflüssen auf "seine" Eigenschaften und Fähigkeiten.
Drei grundlegende Anforderungen,
welche im Kontext einer wirtschaftlichen Betrachtung der Resilienz Berücksichtigung finden sollten.
- Im Ausgangspunkt von Resilienzüberlegungen steht eine abrupt auftretende adverse Störung, also ein plötzlich auftretendes negatives Ereignis. Allmähliche graduelle Veränderungen stehen nicht im Fokus von Resilienzbetrachtungen und werden nicht als ursächlich angesehen.
- Resilienzüberlegungen beziehen sich immer auf Systemeigenschaften, die sich in der Reaktion auf eine Störung von außen zeigen. Exogene Störungen (nicht endogene Entwicklungen) fördern systemimmanente negative Entwicklungen, durch eine Störung der systemeigenen Gleichgewichtsbestrebungen.
- Im Kern einer Resilienzstrategie steht nicht die Prävention, sondern der Versuch, eine Krise sowie dessen systemische Auswirkungen, möglichst gut zu bewältigen (also die Problemlösung). Proaktive Maßnahmen im Vorfeld einer möglichen Krise sind nicht darauf ausgerichtet, die Krise zu verhindern, sondern nur, diese durch vorbereitende Maßnahmen besser bewältigen zu können.
Folgende Kerngedanken lassen sich festhalten:
- Resilienz beschreibt also die Fähigkeit eines Systems, die Auswirkungen eines Schocks oder einer Krise rechtzeitig zu erkennen, schädliche Effekte abzufedern und sich darauf einzustellen und zu erholen.
- Resilienz ist aber auch ein fortlaufender Prozess und kein einmaliger Kraftakt. Das Ziel der Resilienz besteht in der Vorbereitung auf ein Krisenereignis, um während und in der Krise handlungsfähig zu bleiben. Die schnelle Erholung und ein verbesserter neuer Zustand sind das Ziel von Resilienzüberlegungen.
- „resilience is more than a metaphor but less than a theory. At best it is a conceptual framework …“ (Swanstrom 2008; IURD Berkley Working Paper 2008-07)
- Die Besonderheit der Resilienz ist jedoch, dass sie sich als Konzept erst unter widrigen Umständen beweist. Resilienz ist also erst ex-post als solche erkennbar, wenn ex-ante eine erhöhte Risikoexposition vorlag und diese positiv überwunden wurde.
Zusammenfassend lässt sich festhalten
Resilienz bedeutet, aus jeder Krise oder Störung, die auf ein System einwirkt und damit unvorhersehbar die strategische Ausrichtung und Beständigkeit bedroht, zu lernen, um auf eine ungewisse Zukunft besser vorbereitet zu sein.
T.Löchter