Wer jedes Jahr genauso viel investiert, wie er abschreibt, wird trotzdem kleiner. Zu viel verlangt, zu wenig gegeben
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Wer jedes Jahr genauso viel investiert, wie er abschreibt, wird trotzdem kleiner.
Zu viel verlangt, zu wenig gegeben
Wenn die Investition in eine neue Anlage oder ein neues Geschäft vor Ihnen liegt, setzen Sie im Kopf häufig eine Hürde. Diese Hürde haben wir hier vor wenigen Wochen schon beschrieben. Sie liegt im Kopf oft höher als in der wirklichen Rechnung. Deshalb bleiben häufig gute und sinnvolle Investitionen liegen.
Heute geht es um das, was Sie schon haben. Ob Ihr Betrieb wächst oder nur ersetzt, was er vorhält, zeigt Ihnen eine einfache Zahl. Ihre Investitionen je Euro Abschreibung. Hinter dieser Zahl steht ein Werttreiber, der in keiner Erfolgsrechnung auftaucht, der Erhalt Ihrer Anlagen.
Liegt die Zahl über mehrere Jahre bei eins oder darunter, verbrauchen Sie Ihre Substanz. Die Abschreibung rechnet mit dem Preis, den Ihre Maschine vor zehn Jahren gekostet hat, in der Bilanz wie in der Steuer. Die Maschinen sind in dieser Zeit in der Regel um fast ein Drittel teurer geworden. Wer nur die Abschreibung wieder investiert, ersetzt weniger, als er verbraucht.
Auch die Instandhaltung ist dabei zu berücksichtigen. Eine verschobene Wartung ist kein gespartes Geld. Sie ist ein Kredit, den Sie sich selbst geben, nur kennen Sie den Zins nicht. Fällig wird er, wenn die Maschine ausfällt oder die Kapazität fehlt.
Für eine neue Anlage gibt es eine Rechnung und ein Entscheidungsgremium. Für den Erhalt gibt es oft nur das, was im Budget übrig bleibt.
Und jetzt kommt das eigentlich Trügerische. Ihr Gewinn sieht dabei sogar besser aus. Eine verschobene Wartung ist Aufwand, der in diesem Jahr fehlt. Bei einem aufgeschobenen Ersatz rechnet Ihr Abschluss weiter mit dem Preis der alten Maschine, nicht mit dem der neuen. Ist sie abgeschrieben und läuft weiter, belastet sie den Gewinn gar nicht mehr. Ein Teil dieses Gewinns ist der Erhalt, den Sie nicht bezahlt haben.
Spätestens wenn jemand Ihren Betrieb bewertet, kommt auf den Tisch, was liegen geblieben ist. Denn für den Wert zählt nicht der Gewinn dieses Jahres, sondern der, den Ihr Betrieb mit erhaltener Substanz dauerhaft verdient. Wer bewertet, sucht danach und rechnet es zu Recht wieder hinein.
Für das Neue verlangen Sie zu viel, für das Vorhandene geben Sie zu wenig. Die beiden Fehler gleichen sich nicht aus. Beide lassen Ihren Betrieb altern.
Die Hürde im Kopf und der Erhalt aus dem Rest sind zwei stille Gewohnheiten. Nicht, ob viel oder wenig investiert wird, entscheidet. Sondern, ob das bei Ihnen eine geführte Entscheidung ist.














