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14 Einträge

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Thorsten Löchter · Reflexion · 19. Juli 2026 · 1 Folie

Vier Stufen trennen das Überleben vom Gewinnen aus der Krise.

Reifegrade · 1 Folie

Folie 1 von 1: Resilienz wird Stufe um Stufe gebaut.

Vier Stufen trennen das Überleben vom Gewinnen aus der Krise.

Resilienz ist keine Kostenposition, sondern ein Reifegrad und der lässt sich nicht kaufen.

Resilienz wird Stufe um Stufe gebaut.

Fragil: Ein Schock trifft, das Unternehmen bricht ein.

Robust: Es hält stand, unverändert.

Resilient: Es federt ab und kehrt zurück.

Antifragil: Es geht aus der Störung nicht nur stärker hervor. Statt sie nur zu überstehen, gewinnt es aus ihr. Der Begriff geht auf Nassim Taleb zurück.

Das ist ein Modell, kein Naturgesetz. Vier saubere Stufen gibt es in der Realität nicht. Was das Modell leistet, ist eine Einordnung: Es zeigt, mit welchem Handlungsspielraum ein Unternehmen dasteht, wenn der nächste Schock kommt.

Die meisten Diskussionen über Resilienz enden auf der zweiten Stufe. Standhalten. Überleben. Das ist das Denken der Versicherung. Schaden begrenzen, dann weitermachen wie zuvor.

Der eigentliche Anspruch liegt höher. Ein Unternehmen, das aus jeder Störung etwas lernt, das seine Struktur nach dem Schock verändert, das die Krise nutzt, um schneller, klarer und unabhängiger zu werden, steigt eine Stufe. Es wird reifer.

Das sieht man in jeder größeren Störung der letzten Jahre. Nach der Energiekrise, nach den Lieferkettenbrüchen, im aktuellen geopolitischen Umfeld: Ein Teil der Unternehmen kam beschädigt heraus, ein Teil unverändert, und einige kamen mit einer besseren Struktur heraus als vorher. Der Unterschied lag daran, auf welcher Stufe die Unternehmen standen, bevor der Schock kam.

Die Reife wird nicht in der Krise erworben. Sie entsteht vorher, in der Art, wie geführt wird, wenn nichts brennt. Deshalb ist Resilienz keine Ausgabe, die man sich leistet, sondern ein Zustand, den man aufbaut.

Die Frage ist nicht, ob der nächste Schock kommt, sondern auf welche Stufe er trifft.

Wenn Sie darüber nachdenken, wie Ihr Unternehmen aus Störungen hervorgeht und nicht nur, wie es sie übersteht, lassen Sie uns vernetzen und austauschen.

Thorsten Löchter · Reflexion · 14. Juli 2026 · 8 Folien

Das meiste Kapital im Umlauf wird am wenigsten gesteuert.

Working Capital steht im Bericht, nicht in der Steuerung. Genau da verschwindet es.

8 Folien

Das meiste Kapital im Umlauf wird am wenigsten gesteuert., Folie 1 von 8Das meiste Kapital im Umlauf wird am wenigsten gesteuert., Folie 2 von 8Das meiste Kapital im Umlauf wird am wenigsten gesteuert., Folie 3 von 8Das meiste Kapital im Umlauf wird am wenigsten gesteuert., Folie 4 von 8Das meiste Kapital im Umlauf wird am wenigsten gesteuert., Folie 5 von 8Das meiste Kapital im Umlauf wird am wenigsten gesteuert., Folie 6 von 8Das meiste Kapital im Umlauf wird am wenigsten gesteuert., Folie 7 von 8Das meiste Kapital im Umlauf wird am wenigsten gesteuert., Folie 8 von 8
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Es taucht in keiner Zielvereinbarung auf, und niemand vermisst es, solange Geld billig ist.

Gemeint ist nicht das Geld auf dem Konto oder in der Kasse, sondern das Kapital, das im laufenden Geschäft feststeckt: in Vorräten und offenen Kundenrechnungen, abzüglich der Lieferantenrechnungen, die man selbst noch nicht bezahlt hat. Dieses Kapital ist im Umlauf gebunden.

Die Kapitalbindung entsteht nie durch eine einzelne Entscheidung, sondern durch viele kleine: ein Zahlungsziel, das man einräumt, ein Sicherheitsbestand, den man vorsichtshalber hält, ein langsamer Zahler, den man laufen lässt. Jede für sich harmlos. In der Summe jedoch hoch, ohne dass irgendwo eine Zahl Alarm schlägt. Und mit jedem Wachstumsschub steigt die Bindung mit. Wer expandiert, bindet mehr, nicht weniger.

Jede dieser Entscheidungen hat einen Eigentümer, nur mit gegenläufigen Zielen: Der Vertrieb will lange Zahlungsziele, die Produktion will volle Läger, der Einkauf will früh zahlen. Jedoch ist für die Netto-Position niemand verantwortlich. Sie wird nicht gesteuert und läuft einfach mit. Genau deshalb kann sie sich verschlechtern, ohne dass jemand eingreift.

Dabei ist sie der am schnellsten mobilisierbare Werttreiber, der Kapital zurückgibt, ohne dass eine Bank gefragt werden muss. Wer Durchlaufzeiten verkürzt, Forderungen konsequenter einzieht und Bestände an den echten Bedarf koppelt, holt Liquidität zurück, die längst im Unternehmen liegt, nur eben nicht auf dem Konto.

Freigesetzte Liquidität ist damit noch keine Wertsteigerung. Ein Euro, der im Lager nichts verdient, schafft erst Wert, wenn er anderswo mehr einbringt als er kostet, oder teures Fremdkapital ablöst. Bleibt er unverzinst liegen, ist die Bilanz kürzer, der Wert derselbe.

  • Wer Bestände abbaut und das freigewordene Kapital nicht arbeiten lässt, hat Liquidität gewonnen, aber keinen Wert.
  • Wer Bestände unter den echten Bedarf drückt, kauft Lieferunfähigkeit statt Sicherheit.

In einem Umfeld, in dem Kredite teurer und Banken vorsichtiger werden, entscheidet dieser leise Treiber, wie viel Spielraum ein Unternehmen aus sich selbst heraus hat. Wer ihn steuert, verhandelt aus einer anderen Position. Wer ihn nur berichtet, wartet auf die nächste Zusage.

Der lauteste Treiber im Reporting ist selten der wichtigste. Der wichtigste ist oft der, der am leisesten wächst und am lautesten fehlt, wenn es eng wird.

Wer in Ihrem Unternehmen trägt die Verantwortung für das Working Capital, oder steht es nur im Bericht?

Thorsten Löchter · Reflexion · 11. Juli 2026 · 1 Folie

Wer Krisen erst am Konto entdeckt, hat zwei Handlungsstufen verschenkt

Krisenfrüherkennung · 1 Folie

Folie 1 von 1: Die trügerische Sicherheit guter Zahlen

Wer Krisen erst am Konto entdeckt, hat zwei Handlungsstufen verschenkt.

Eine Krise beginnt fast nie bei der Liquidität. Sie beginnt oben und wandert nach unten.

Zuerst trägt das Geschäftsmodell nicht mehr, was es einmal getragen hat. Das ist die Strategiekrise. Sichtbar ist noch nichts, die Zahlen sehen gut aus.

Dann gibt die Marge nach. Das Ergebnis wird dünner. Die Ertrags-/Erfolgskrise.

Erst am Ende trifft es die Liquidität. Das Konto. Das ist die Stufe, die wehtut.

Wer die Krise erst am Konto bemerkt, hat die beiden früheren Stufen ungenutzt gelassen. Und jetzt ist der Handlungsspielraum am kleinsten und jede Maßnahme am teuersten.

Deshalb ist eine Phase mit guten Zahlen manchmal die gefährlichste. Nicht weil gute Zahlen schlecht wären, sondern weil sie den Blick auf die frühen Signale verdecken, die eine Strategieanpassung nötig machen könnten.

Eine Steuerung, die nur auf die Liquidität schaut, liest immer nur die letzte Stufe.

Eine Steuerung, die die Werttreiber dahinter führt, liest die erste.

Der Unterschied ist kein Reporting-Detail. Er ist der Vorsprung, den man aufbaut, solange nichts brennt.

«Ist die Krisenlage jedoch schon eingetreten, bleibt nichts anderes mehr Übrig. Dann gilt weiterhin Cash vor Marge, und Über die Liquidität zu steuern bleibt richtig

Unter Druck zeigt sich das Muster im Zeitraffer. Die meisten reagieren auf der dritten Stufe. Die wenigen, die vorne führen, haben ihre Antwort schon gebaut, bevor das Konto überhaupt gefragt hat.

Thorsten Löchter · Reflexion · 2. Juli 2026 · 4 Folien

Risikomanagement verwaltet Gefahren. Resilienz führt das System.

Resilienz und Werttreiber · 4 Folien

Folie 1 von 4: Wo ein Unternehmen steht, entscheidet sich vor der Krise, in seiner Steuerungslogik.Resilienz und Werttreiber, Folie 2 von 4Resilienz und Werttreiber, Folie 3 von 4Resilienz und Werttreiber, Folie 4 von 4
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Resilienz an das Risikomanagement zu delegieren, macht aus einer Führungsaufgabe eine Checkliste.

Risikomanagement ist auf das Bekannte gebaut. Es listet Gefahren, bewertet Eintrittswahrscheinlichkeit und Schaden, hinterlegt Maßnahmen zur Mitigation.

Das ist notwendig.

Aber es kann nur verarbeiten, was vorher benannt wurde und auf bekanntem Wissen aufbaut.

Hier endet die Logik der Checkliste.

Resilienz setzt anders an.

Resilienz ist risikounspezifisch. Sie fragt nicht, welche Gefahr eintritt, sondern ob das Unternehmen jede Störung übersteht. Sie tut das, indem sie:

  • antizipiert
  • absorbiert und
  • transformiert.

Das sind keine Maßnahmen gegen eine benannte Gefahr.

Das sind Eigenschaften des Systems. Sie entstehen dort, wo gesteuert wird, in der Art, wie Werttreiber geführt werden, wie schnell entschieden wird, wie kurz die Wege unter Druck bleiben.

Das Risikomanagement kann Gefahren verwalten. Es kann nicht die Steuerungslogik eines Unternehmens verändern.

Resilienz ist deshalb keine Zusatzaufgabe für das Risikomanagement. Sie ist eine Frage der Steuerungslogik und des Reifegrades. Eine Führungsaufgabe.

Wenn Sie Resilienz als Führungsaufgabe verstehen und nicht als Compliance-Pflicht, lassen Sie uns vernetzen und austauschen.

Thorsten Löchter · Reflexion · 24. Juni 2026 · 1 Folie

Überhänge oder Reserven sehen im Schönwetter-Modus aus wie Ineffizienz.

WERTTREIBERSTEUERUNG UND RESILIENZ · 1 Folie

Folie 1 von 1: Effizienz ohne Puffer wirkt toll, hohe Auslastung, kurze Durchlaufzeiten, geringe Lagerkosten. Im Schock sind genau diese fehlenden Puffer das Einfallstor für fragile Strukturen.

. Überhänge oder Reserven sehen im Schönwetter-Modus aus wie Ineffizienz.

Wer Effizienz führt und Tragfähigkeit ignoriert, baut, ohne es zu merken, fragile Strukturen.

Die meisten Steuerungssysteme sind für gutes Wetter gebaut. Sie erzeugen Vergleichbarkeit zwischen Einheiten, saubere Reihen, abgestimmte Zahlen. Was sie nicht erzeugen, ist Tragfähigkeit, sobald die Lage kippt.

Werttreiber erklären, warum ein Unternehmen Wert schafft: Marge, Kapitalbindung, Investitionsbedarf, Kapitalkosten. Wer über sie nur berichtet, statt sie zu führen, baut Reserven ab.

Effizienz ohne jeden Puffer wirkt toll (hohe Auslastung, kurze Durchlaufzeiten, geringe Lagerkosten), und im Schock sind diese fehlenden Puffer das Einfallstor für fragile Strukturen.

Resilienz ist keine Kostenposition, die man sich in guten Jahren leistet. Sie ist ein Reifegrad. Ein Unternehmen ist fragil, robust oder belastbar, je nachdem, wie seine Steuerungslogik sich auf Unsicherheit vorbereitet. Dieser Grad wird nicht erst in der Krise erworben. Er entscheidet sich vorher, in der Art, wie geführt wird, wenn nichts brennt.

Wer die Hebel hinter dem Ergebnis wirklich führt und über sie nicht nur berichtet, legt Reserven an, solange dafür Zeit ist: Verlusttragfähigkeit, Liquiditätspuffer, die Fähigkeit, einen Ausfall zu absorbieren, ohne sofort handlungsunfähig zu werden.

Vielleicht ist die ehrlichste Prüfung nicht, wie gut die Berichte aussehen, sondern was von dem Unternehmen übrig bliebe, wenn der nächste Schock morgen käme.

Welcher Ihrer Werttreiber hat noch echten Puffer, wenn die Lage kippt, und welcher ist bis auf null optimiert?

Thorsten Löchter · Reflexion · 16. Juni 2026 · 1 Folie

Was keine Verantwortlichkeit kennt, wird nicht geführt.

Werttreiber · 1 Folie

Folie 1 von 1: Was keine Verantwortlichkeit kennt, wird nicht geführt - Die wichtigsten Werthebel bleiben führungslos

Was keine Verantwortlichkeit kennt, wird nicht geführt.

Jede Kennzahl hat einen Verantwortlichen.

Die wichtigsten Werthebel haben keinen.

Das klingt harmlos. Ist es aber nicht.

Steuerung organisiert Verantwortung entlang von Zahlen. Umsatz. EBIT. Working Capital. Cash Conversion. Jede dieser Zahlen hat ein Ziel, einen Termin und jemanden, der erklären muss, warum sie sich bewegt hat.

Das funktioniert, solange der Hebel eine saubere Zahl hat. Schwieriger wird es bei den Hebeln, die strategisch entscheidend sind, aber nicht auf einer "Zahlenskala" ausschlagen. Kundenvertrauen. Marktposition. Das Vertrauen von Banken bei Kreditlinien-Verhandlungen. Die Rückendeckung des Beirats in Krisen. Die Verhandlungs-Nähe zu Schlüsselpartnern.

Sie lassen sich beschreiben. Man spürt sogar, wenn sie kippen.

Nur stehen sie selten mit Verantwortung, Ziel und Eskalationspunkt im Steuerungssystem.

Genau dort geht Wert verloren.

Nicht durch eine falsche Entscheidung, sondern durch Abwesenheit. Es war einfach niemand richtig verantwortlich.

Irgendwann taucht der Schaden dann doch in den Zahlen auf. Als Margenverlust. Als verspäteter Auftragseingang. Als härtere Finanzierung. Als Exit-Abschlag. Als Vertrauen, das plötzlich nicht mehr da ist, wenn man es braucht.

Dann wirkt es plötzlich wie ein Zahlenproblem, obwohl es vorher schon ein Führungsproblem war.

Die eigentliche Lücke liegt nicht darin, dass etwas schwer messbar ist. Sie liegt darin, dass für das schwer Messbare kein Verantwortlicher bestimmt wurde.

Wertorientierte Führung verteilt deshalb nicht nur KPIs. Sie klärt auch, wer die Hebel verantwortet, die noch keine saubere Kennzahl liefern, aber längst über Unternehmenswert entscheiden.

Im Wachstum. Im Turnaround. Im Portfolio.

Was sich gut messen lässt, bekommt fast immer Aufmerksamkeit. Was wirklich zählt, bleibt erstaunlich oft unbesetzt.

Diese Lücke kennt, wer Wert führt und nicht nur Kennzahlen verwaltet.

Thorsten Löchter · Reflexion · 11. Juni 2026 · 3 Folien

Mehr Kennzahlen bedeuten nicht mehr Steuerung. Ein KPI ohne Architektur ist nur eine Beobachtung. Wer die Zusammenhänge nicht kennt, verwaltet Zahlen statt Wert.

Werttreibermanagement - Kommentar · 3 Folien

Folie 1 von 3: Stabiler Umsatz heißt nicht, dass die Marge hält.Folie 2 von 3: Ein Handelshaus für Industriegüter in der Reife-Phase:Folie 3 von 3: Umsatz stabil, Listenpreise unverändert. Und trotzdem rutscht die EBIT-Marge langsam ab. → Der Grund steht auf keinem Dashboard. Über die Jahre hat fast jeder Kunde ein bisschen mehr bekommen, hier ein Rabatt, da ein Bonus, dort die Fracht inklusive. Jede Ausnahme für sich vertretbar.
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Die meisten Beteiligungen messen viel und verwechseln das mit Steuerung. Sie erkennen nicht, welche Kennzahl Ursache ist und welche Folge.

Was fehlt, ist nicht noch eine Kennzahl. Es ist die Ordnung dahinter.

Vier Stufen, die in der Praxis durcheinandergehen:

Kennzahl: eine messbare Größe (Umsatz, Gewinn, Kapitalbindung).

KPI: eine gewählte Kennzahl, die zum Berichtsstandard erklärt wird.

Werttreiber: eine Kennzahl, von der man weiß, wie sie auf andere wirkt.

Werttreiberbaum: die Ordnung.

Der Baum zeigt, woraus ein KPI entsteht und wie seine Teile aufeinander wirken. Der entscheidende Punkt ist nicht das Messen, sondern dass keine dieser Kennzahlen für sich steht.

Was die Marge hebt, kann Kapital binden.

Was das EBIT treibt, kann Cash verbrennen.

Was den Umsatz stabil hält, kann den Preisverfall verdecken (Menge rauf, Preis runter).

Wer diese Verbindungen nicht kennt, sieht zwar die Abweichung. Erklären kann er sie nicht. Und was man nicht erklären kann, kann man nicht steuern.

Der Denkfehler liegt selten im Messen. Er steckt darin, dass die Kennzahlen nebeneinander liegen.

Vorhanden sind sie fast überall. Verknüpft werden sie selten. Berichtet, nicht geführt.

Am Ende zählt, ob die Kennzahlen zusammenfinden. Oder ob jede für sich auf ihrer eigenen Folie steht.

Wenn Sie die wichtigste Kennzahl Ihrer größten Beteiligung herausgreifen: Wüssten Sie auf Anhieb, welche drei Treiber sie tragen und welcher davon gerade dominiert?

Thorsten Löchter · Reflexion · 5. Juni 2026 · 10 Folien

Drei Beteiligungen, drei Phasen, eine einzige Steuerungslogik

WERTTREIBERSTEUERUNG · 10 Folien

Folie 1 von 10: Drei Beteiligungen, drei Phasen, eine einzige Steuerungslogik. Das erzeugt Vergleichbarkeit. Wertentwicklung erzeugt es nicht.Folie 2 von 10: Welche Kennzahl Wert treibt und welcher Hebel sie bewegt, verschiebt sich entlang des Lebenszyklus. Was im Aufbau trägt, verbrennt in der Reife Liquidität. Was die Reife steuert, erstickt den Aufbau.WERTTREIBERSTEUERUNG, Folie 3 von 10WERTTREIBERSTEUERUNG, Folie 4 von 10WERTTREIBERSTEUERUNG, Folie 5 von 10WERTTREIBERSTEUERUNG, Folie 6 von 10WERTTREIBERSTEUERUNG, Folie 7 von 10WERTTREIBERSTEUERUNG, Folie 8 von 10WERTTREIBERSTEUERUNG, Folie 9 von 10WERTTREIBERSTEUERUNG, Folie 10 von 10
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Eine läuft, zwei nicht. Und im Monatsbericht sehen alle drei gleich aus: Umsatz, EBIT, Plan-Ist. Vergleichbar. Sauber. Und genau deshalb blind.

Ein Format über alle Phasen erzeugt Vergleichbarkeit zwischen Beteiligungen. Wertentwicklung erzeugt es nicht. Denn welche Kennzahl Wert treibt und welcher Hebel sie bewegt, verschiebt sich von einer Phase zur Nächsten. Sobald eine Krise einschlägt, gilt noch einmal eine eigene Regel.

Eine Aufbau-Beteiligung braucht andere Fragen als eine reife Cash-Maschine.

Eine Wachstumsbeteiligung darf nicht an sich selbst wachsen, wenn der Markt schneller läuft.

Eine reife Beteiligung darf nicht weiter Kapital binden, nur weil Wachstum sich besser anhört als Ausschüttung.

Die Krise hingegen ist keine weitere Phase im Lebenszyklus. Sie ist eine Lage, die jede Phase treffen kann.

Welche Werttreiber in welcher Phase zählen, welche Hebel sie bewegen und was die Krise daran umstößt → Karussell

Eine Frage zum Schluss: Nehmen Sie die drei größten Beteiligungen. In welcher Phase steht jede wirklich? Und misst Ihr Reporting den Treiber dieser Phase, oder dreimal Umsatz und EBIT?

Thorsten Löchter · Reflexion · 1. Juni 2026 · 1 Folie

Kostensenkung ist kein falscher Hebel — bis sie Substanz trifft.

Kostensenkung · 1 Folie

Folie 1 von 1: Kostensenkung ohne Strategie zerstört mehr Wert, als sie schafft.

Kostensenkung ist kein falscher Hebel — bis sie Substanz trifft.

Kostensenkung fühlt sich in Krisen oft wie Führung an.

Budgets einfrieren. Projekte stoppen. Einstellungsstopp. Reiseverbot. Beratung raus.

Der Effekt ist schnell sichtbar. Das macht diesen Werthebel verführerisch. Kurzfristig entsteht Ruhe.

Strukturell aber gehen Fähigkeiten verloren, die das Unternehmen später braucht.

Drei Monate später fehlt Vertriebsgeschwindigkeit.

Sechs Monate später fehlt technische Reaktionsfähigkeit.

Neun Monate später fehlt operative Qualität.

Im Turnaround geht es um Stabilisierung, nicht um Skalierung. Der dominante Werttreiber ist Cash. Kostensenkung wirkt aber primär auf die Marge. Der schnellste Werthebel adressiert damit nicht den entscheidenden Treiber. Er erzeugt Reporting-Ruhe und lässt die Existenzfrage unbeantwortet.

Kosten lassen sich senken, bis der nächste Schnitt nicht mehr „Verschwendung" trifft, sondern Fähigkeit. Das Reporting verbessert sich sofort. Ab diesem Punkt kann jeder weitere Euro Einsparung mehr Wert kosten, als er kurzfristig spart.

Monatsabschlüsse zeigen diese Verschiebung zu spät.

Sie zeigen niedrigere Kosten, aber nicht, dass Geschwindigkeit, Kundenbindung, technische Tiefe oder Führungsdichte aus dem Unternehmen genommen wurden, bis die Substanz fehlt.

Im Turnaround wirken vier Werthebel: Cash, Working Capital, Marge und Kosten. Drei davon stoßen extern an Grenzen, am Markt, an Kunden, an Lieferanten.

Kostensenkung ist der einzige Werthebel mit einer harten internen Grenze (Substanz): an der eigenen Fähigkeitsbasis. Dies wird oft zu spät bemerkt.

Vor jeder Kostensenkungs-Maßnahme sollte deshalb eine Frage beantwortet werden: Welchen Werttreiber adressiere ich damit und ist es der, der im Moment dominiert? Wenn die Antwort unklar bleibt, ist es keine Performance-Improvement. Dann ist es Substanzabbau mit Reporting-Etikett.

Hier liegt einer der größten Denkfehler im Turnaround:

Man aktiviert den schnellsten Werthebel.

Und fragt erst später, ob er den richtigen Werttreiber adressiert.

„Zur Begriffsklärung, weil hier oft Unschärfe entsteht:

Werttreiber bezeichnen die ökonomischen Einflussgrößen, die den Unternehmenswert ursächlich bestimmen — Umsatz, Marge, Kapitalbindung, Cash, Auslastung, Risiko.

Werthebel sind die Maßnahmen, mit denen das Management diese Treiber bewegt — Pricing, Working-Capital-Reduktion, Portfolio-Bereinigung, Kapazitätsanpassung, Kostensenkung.

Der Werttreiber erklärt das Warum. Der Werthebel beschreibt das Womit.

In der Restrukturierung ist diese Trennung handlungsrelevant: Maßnahmen werden nicht nach Schnelligkeit priorisiert, sondern nach ihrem Bezug zu einem dominanten Treiber. Wer den schnellsten Werthebel zieht, ohne den dominanten Werttreiber zu kennen, kauft Reporting-Ruhe und verkauft Substanz."

An welcher Stelle Ihres Portfolios greift gerade der Kosten-Reflex, und welchen der anderen drei Werthebel haben Sie zuletzt bewusst gezogen?

Thorsten Löchter · Reflexion · 27. Mai 2026 · 7 Folien

Die meisten Beteiligungs-Reportings sind präzise. Und steuern trotzdem nichts.

WERTTREIBERSTEUERUNG · 7 Folien

Folie 1 von 7: Die meisten Beteiligungs-Reportings sind präzise - und steuern trotzdem nichts.WERTTREIBERSTEUERUNG, Folie 2 von 7WERTTREIBERSTEUERUNG, Folie 3 von 7WERTTREIBERSTEUERUNG, Folie 4 von 7WERTTREIBERSTEUERUNG, Folie 5 von 7WERTTREIBERSTEUERUNG, Folie 6 von 7WERTTREIBERSTEUERUNG, Folie 7 von 7
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Eigentümer/Geschäftsführer kennen ihre Beteiligungen genau. Geführt werden sie trotzdem über EBIT - nicht über die Hebel dahinter.

Das ist ein entscheidender Unterschied.

  • Umsatz und EBIT beschreiben Resultate.
  • Werttreiber erklären Ursachen.

Werttreiber zeigen, welche Maßnahmen oder Umstände zukünftige freie Cashflows beeinflussen – oder die Kapitalkosten, mit denen diese Cashflows bewertet werden.

Ein Beispiel: Working Capital wird im Reporting als Bilanzposition geführt, nicht als Steuerungshebel. Es erscheint als Größe, die man berichtet, nicht als Größe, die man bewegt. Damit verschwindet einer der unmittelbarsten Werttreiber aus der Steuerungslogik, obwohl dieser Cashflow, Kapitalbindung und Finanzierungsbedarf gleichzeitig beeinflusst.

Insbesondere in Turnaround- (oder Sanierungs-) Situationen wird dieser Unterschied sichtbar:

Dann reicht es nicht, Abweichungen sauber zu berichten. Entscheidend ist, welcher operative Hebel vorher nicht geführt wurde

Erst wenn man Werttreiber in einer klaren Hierarchie führt, werden Abweichungen steuerbar – über Wachstum, Marge, Kapitalbindung, Investitionsbedarf, Kapitalkosten und Risiko.

Diese Logik ist nicht neu. Bereits seit den 1990er-Jahren beschäftigen sich wertorientierte Managementmodelle damit, wie operative Entscheidungen auf Free Cashflow, Kapitalkosten und Unternehmenswert wirken.

Mehr dazu im Karussell

  • In jeder Lebenszyklusphase verändert sich, welcher Hebel Unternehmenswert schafft. Aufbau braucht andere Hebel als Skalierung, reife Beteiligungen folgen einer anderen Logik als Unternehmen vor dem Exit.
  • Wer alle Beteiligungen mit demselben Reporting steuert, schafft Vergleichbarkeit. Aber nicht automatisch Unternehmenswert.
  • Keine operative Maßnahme sollte entschieden werden, ohne vorherige Klarheit darüber, welchen Werttreiber sie adressiert.

Welcher Werttreiber Ihrer wichtigsten Beteiligung steht heute auf keinem Ihrer Reporting-Slides?

Artikel Thorsten Löchter · Artikel · 5. Oktober 2024 · etwa 5 MinutenOriginal

Resilienter werden

Auf dem Weg zu einer höheren Resilienz gibt es kein Rezept. Fünf Handlungsfelder und die Frage, wo das Optimum zwischen Effizienz und Widerstandsfähigkeit liegt.

Auf dem Weg zu einer höheren Resilienz gibt es kein Rezept. Was in der letzten Krise opportun war, muss nicht unbedingt auch der Lösungsansatz für das nächste Schockereignis sein. Es ist wichtig zu erkennen, was in der nächsten Krise von Bedeutung ist. Unternehmen müssen den Wandel zulassen. Die ambivalenten – und damit widersprüchlichen – Herausforderungen gilt es in ein Gleichgewicht zu bringen: abschotten und öffnen, bewahren und verändern, sich selbst treu bleiben und aus Irritationen lernen.

Die Fähigkeit eines Unternehmens, sich schnell und effizient an neue Herausforderungen anzupassen. Angesichts disruptiver Veränderungen und externer Schocks ist es überlebenswichtig, adaptive Fähigkeiten zu kultivieren.

Artikel Thorsten Löchter · Artikel · 3. Oktober 2024 · etwa 3 MinutenOriginal

Organisationale Resilienz

Die organisationale Resilienz beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, sich in einem unbeständigen Umfeld Handlungsspielräume zu erhalten und neue Entwicklungs- und Wachstumsmöglichkeiten hervorzubringen. Im Grunde geht es immer darum, Vorbereitungen für das Unvorhersehbare zu treffen. Es ist unbekannt, welches Risiko eintritt, doch es ist hoch wahrscheinlich, dass eines eintreffen wird. Unternehmen müssen sich also auf das vorbereiten, was sie bislang nicht wissen.

Die Prozesse und Techniken, die einer Organisation bei der Anpassung an krisenhafte Zustände helfen, sind definierte Standardabläufe, welche zu einem früheren Zeitpunkt festgelegt wurden, aber zum Großteil in der Situation entwickelte Strategien.

Artikel Thorsten Löchter · Artikel · 14. September 2024 · etwa 2 MinutenOriginal

Wirtschaftliche Resilienz

Immer häufiger beeinflussen externe, abrupt auftretende Störungen, überwiegend im Kontext eines plötzlich auftretenden negativen Ereignisses (Schock-, Katastrophen- oder Stress-Momente), unser Handeln. Wie Unternehmen auf diese Schock-Momente reagieren, wird häufig mit dem „Schlüsselwort“ Resilienz beantwortet.

Der Begriff der Resilienz entwickelt sich ständig weiter und findet Verwendung in unterschiedlichsten Fachdisziplinen. Ein interdisziplinär einheitliches Konzept zu dem Begriff der Resilienz zu formulieren, wird somit weitgehend unmöglich. Allen (fachübergreifenden) Definitionen ist jedoch eines gemeinsam. Gleich ob es sich um ein Ökosystem, eine Gesellschaft, ein Unternehmen oder ein Individuum handelt, es geht immer um die Reaktion von adversen und externen Einflüssen auf "seine" Eigenschaften und Fähigkeiten.

Artikel Thorsten Löchter · Artikel · 24. August 2024 · etwa 1 MinutenOriginal

Resilienz

Immer häufiger beeinflussen externe, abrupt auftretende adverse Störungen, überwiegend im Kontext eines plötzlich auftretenden negativen Ereignisses (Schock-, Katastrophen- oder Stress-Momente), unser Handeln.

Wie Unternehmen oder Wirtschaftssysteme auf diese Schock-Momente reagieren können, wird häufig mit dem „Schlüsselwort“ Resilienz beantwortet.